Dienstag, 8. Mai 2007

Der Katzenbuckel(Teil 2: Die Fremdgesteinsschollen)

Schaut man am Eingang zum Katzenbuckelsee auf die gegnüberliegende Seite, fallen einem bunte, lockere Schichten auf, die einen Kontrast zum dunklen Nephelinit bzw Shonkinit des Katzenbuckels bilden.-Lokalität der Fremdgesteinsschichten am See-

Diese (Dogger)Schichten enstammen einem Deckgebirge, das einst den Buntsandstein des Odenwalds um bis zu 500m überlagerte. Während die Doggerschichten am See frei von magmatischen Bestandteilen sind(also als ganze, wennauch zebrochene Schollen auftreten) existieren am Katzenbuckel noch weitere Flecken bei denen man auf brekziöses, tuffitisches Material trifft.Vorallem auf der Westseite, aber auch am Eingang zum Steinbruch "Am Gaffstein"(am Katzenbuckel oberhalb der Sprungschanze) treten diese brekziösen Tuffe auf.

Es stellt sich die Frage wie es diese Schollen(am See) geschafft haben recht unbeeinflusst in den Vulkanschlot zu fallen. Ein -möglicher- Mechanismus wäre der wiederholte Einbruchsvorgang der sich während einer Maareruption vollzieht.1. Während einer Maareruption bildet sich in der Wurzel des Maartrichters eine Explosionskammer aus(grüner Pfeil). In ihr begegnen sich Magma und Wasser, es kommt zur einer Dampfexplosion, die Kammer dehnt sich aus und wirft nebengesteinreichen Tuff an die Landoberfläche aus.
2. Beim auswerfen des Tuffs lässt der Druck sofort in der Kammer nach und sie bricht zusammen, an der Landoberfläche brechen in diesem Moment die Kraterwände des entstehenden Maarkraters zusammen und rutschen in den Trichter(orangener Pfeil). Bleibt der Kontakt zum Wasser bestehen, bildet sich etwas unterhalb der alten Explosionskammer eine neue. Auf diese Weise wächst ein Maarkrater mit jeder Dampfexplosion etwas in die Breite und Tiefe. Beim Katzenbuckel gingen jedoch irgendwann die Wasservorräte zur Neige aber das Magma stieg weiter auf und füllte den Trichter des Maares fast komplett auf. Dabei umschloss es die Nebengesteinsschollen die zuvor in den Trichter abgerutscht sind. 60 Millionen Jahre der Erosion legten schließlich den unteren Berreich des Trichters frei, die grüne Linie in Bildteil 2 stellt dabei die heutige Landoberfläche dar.Auf der gegenüberliegenden Seeseite kann man sehen wie das Magma die Nebengesteinsschollen umschließt. Im Bild wird der Bereich 1. aus massiven, erstarrten Magma gebildet welches eine Nebengesteinsscholle im Bereich 2. überlagert.

Kommentare:

Michael Hahl hat gesagt…

Sehr schön dargestellt!

Den See-Aufschluss mit dem Nebeneinander von magmatischem Gestein (Nephelinit?) und Nebengestein kannte ich noch nicht. Das schau ich mir bald an! Vielleicht bei einer gemeinsamen Kurzexkursion?

Es ist aber schon sehr erstaunlich, dass das Sedimentgestein durch den thermischen Einfluss des magmatishen Aufstiegs nicht viel mehr alteriert wurde. Das ist mir noch ein wenig rätselhaft, gerade auch bei der auf deinem Foto dargestellten Ansicht. Kann man eine Kontaktzone erkennen?

Michael Hahl hat gesagt…

Hast du die Tuffe im Westen entdeckt? Oder beziehst du dich auf die Kartierungen von FREUDENBERG (etwa 1907)? Wie iehts am Stbr. am Gaffstein aus: Tuffe/Brekzien selbst entdeckt oder gemäß anderer Quellen?

MWF hat gesagt…

Die Tuffe im Westen sind von Freudenberg, die am Eingang zum Steinbruch am Gaffstein hab ich selbst (wieder)entdeckt als ich dne Bruch über den Zugang an der Sprungschanzen verlassen hab.

Zum See: Dazu müsste man mal da hochkraxeln, denke schon dasses eine Kontaktzone gibt hab noch nicht genauer nachgeschaut, zumal ein abrutschen sofort nasse Füße(wahrscheins sogar mehr) bedeuten würde.