Dienstag, 3. Oktober 2006

Intraplatten Vulkanismus

Eine wichtige und oftgestellte Frage ist, wie kommt es zu Vulkanismus fernab eines Plattenrands? Zuerst muss mal ein oft erzähltes Gerücht aus der Welt geschaft werden. Viele Leute glauben das unterhalb der Erdkruste flüssiges Magma(der Mantel) bis zum kern existiert, Vulkane würden dann dort existieren wo Spalten dieses Magma an die Erdoberfläche lassen. Das ist nicht korrekt. Der Erdmantel besteht zu 99% aus festem(über jahrmillionen gesehen plastisch verformbar), aber heißem Gestein. Doch warum ist das Gestein dort unten trotz der hohen Temperaturen von über 1000°C fest? Es liegt am Druck des Gesteins darüber, der Druck ist also hoch genug um das Gestein am schmelzen zu hindern. Nun, wie macht man jetzt Magma und letztendlich Vulkane? Dazu muss man Versuchen das Mantelgestein(man nennt es Peridotit) aufzuschmelzen, dazu gibt es drei Möglichkeiten.
Die erste ist den Schmelzpunkt mittels Temperaturerhöhung zu erreichen, dazu kann ein Aufstrom von heißerem Mantelgestein aus größeren Tiefen abhilfe schaffen, ein sogennanter Mantel Plume. Da Mantel Plumes oft innerhalb einer Platte aufsteigen können, sind sie oft Auslöser für Intraplatten Vulkanismus.
Eine zweite Möglichkeit wäre den Schmelzpunkt zu erniedrigen, das kann man schaffen indem man Wasser hinzuführt, Subduktionsvulkanismus funktioniert auf diese Art wo eine abtauchende ozeanische Platte Wasser in die Tiefe führt.
Die dritte Möglichkeit der Schmelzbildung ist die Druckentlastung. Wenn die Kruste über dem mantel gedehnt wird dünnt sie sich aus, der Mantel darunter steigt als Lückenfüller auf und schmilzt dabei auf. Intraplatten Vulkanismus kann ebenfalls auf dieser Art funktionieren.
Der junge Vulkanismus des CEVP beruht womöglich auch auf dem Faktor der Druckentlastung denn er orientiert sich an das Rift System was 20 Millionen Jahre später anfing sich zu bilden.

Kommentare:

Michael Hahl www.vulkanland-odenwald.blogspot.com hat gesagt…
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mkh hat gesagt…
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Michael Hahl hat gesagt…

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Die Termini "fest" und "flüssig" sind sicherlich irreführend. Der Erdmantel besteht zwar nicht direkt aus "flüssigem" (wie Wasser), aber doch aus "fließfähigem" Matrial. Er ist somit ein verformbarer Festkörper.

Ein guter Hinweis aber, denn man stellt sich den "flüssigen" Erdmantel oft wie eine mehr oder weniger dünnflüssige Gesteinsschmelze vor, und das ist nicht zutreffend.